Die Einheit des Leibes Christi nach der Schrift

 

 

Aus : Die Charismatische Bewegung im licht der Bibel  
von Rudolf Ebertsh�user

Mit Erlaubniss des CLV Verlag
W. Weiler 13.11.2002

  

(Kurz)


Die Einheit des Leibes Christi nach der Schrift

Wir haben schon erw�hnt, da� die Aufrufe charismatisch-pfingstlicher Gruppierungen, um der �Einheit des Leibes Christi� willen alles Trennende beiseitezustellen, mehr und mehr Zustimmung finden. Schlie�lich, so denken viele, sind die Charismatiker und Pfingstler ja auch Christen, weshalb sollte man dann nicht gemeinsam handeln oder in einer Gemeinde miteinander zusammenleben? Die Zertrennungen in der �u�eren Gestalt der Gemeinde Jesu Christi sind ja zu Recht eine Not f�r viele Gl�ubige. Warum nicht Anstrengungen zur Einheit machen und dabei Unterschiede zur�ckstellen?

Ist es nicht sektiererisch und engherzig, ja, ein Versto� gegen den Willen des Herrn, wenn Gl�ubige heute noch an der Abgrenzung gegen�ber irrgeistigen Str�mungen festhalten? Wird damit nicht die �Einheit des Leibes Christi� verletzt und ein glaubw�rdiges Zeugnis vor der Welt unm�glich gemacht?

In der Tat ist die Frage der Einheit des Leibes Christi eine der besonders schwierigen und umstrittenen Fragen in der Gemeinde. Hier herrscht viel Verunsicherung und Verwirrung; es mangelt an einem klaren, biblisch fundierten Verst�ndnis von Einheit. Viele Vorstellungen von Einheit, die heute vertreten werden, stehen im Gegensatz zur Lehre der Heiligen Schrift und sind im Endeffekt irref�hrend und zerst�rerisch.

Wir wollen deshalb versuchen, von der Heiligen Schrift her Antworten auf diese wichtigen und dr�ngenden Fragen zu gewinnen. Leider erlaubt der Rahmen dieses Buches nur eine kurze Behandlung dieses vielschichtigen Themas.

 

  a) Die Aussagen der Bibel zur Einheit des Leibes

Die Schrift zeigt uns, da� alle wahrhaft an Jesus Christus Gl�ubigen, aus Gottes Geist von neuem Geborenen gemeinsam einen geistlichen Organismus bilden, die Gemeinde, die als der �Leib des Christus� bezeichnet wird (Eph. 1,22f.; 1. Kor. 12,12-27; R�. 12,5; Eph. 4,4-16; Kol. 1,18.24; Kol. 2,19; Kol. 3,15).

Unser Herr Jesus Christus ist das Haupt (Oberhaupt) dieses Leibes (Eph. 4,15f.; Kol. 1,18; Kol. 2,19). Er ist der Herrscher, das Zentrum, von dem alle Willensimpulse in diesem Leib ausgehen; Er hat die Glieder des Leibes erlist, verwandelt und zusammengef�gt; Er leitet und versorgt nun den Leib mit allem, was er benitigt: Schutz, Kraft, Erkenntnis, Wegleitung.

Wenn die einzelnen Gl�ubigen Glieder des Leibes Christi sind, so nur in Ihm und durch Ihn  - vgl. R�. 12,5:

�(...) so sind wir, die vielen, ein Leib in Christus�.

Aus den Aussagen der Schrift �ber die Einheit des Leibes erkennen wir zun�chst deutlich, da� jede Art von �Einheit�, die nicht auf der Grundlage des lebendigen Glaubens an Jesus Christus und der Wiedergeburt beruht, unbiblisch und verf�hrerisch ist. Zwischen einem wahren Gl�ubigen und einem blo�en Bekenner eines �u�erlichen Christentums kann und darf es nach der Schrift keine Einheit geben, sondern nur Absonderung (vgl. 2. Kor. 6,14-18; 2. Tim. 3,1-5 u. a.). Damit ist jede Art von ��kumene� ebenso schriftwidrig wie eine �Einheit� von Gl�ubigen und Ungl�ubigen in einer �Volkskirche�.

 

Die objektive Einheit des Leibes in Christus

Wie kann dieses Wunder geschehen, da� die unterschiedlichsten Menschen zusammengef�gt werden zu einem Organismus und damit eins werden � Juden und Griechen, Sklaven und Freie? Die Bibel sagt uns, da� es nur geschehen kann, indem diese Menschen ihre alte Adamsnatur ablegen und eine neue Natur  empfangen, indem sie in Christus hineinversetzt und Seiner g�ttlichen Natur teilhaftig werden durch die Wiedergeburt und Taufe des Geistes.

Der Heilige Geist ist es, der einen Gl�ubigen im Augenblick seiner Wiedergeburt in Christus hineintauft (R�. 6,3-6) und damit auch in Seinen Leib hineintauft:

�Denn wir sind ja alle durch einen Geist in einen Leib [od. zu einem Leib] getauft worden, ob wir Juden sind oder Griechen, Knechte oder Freie, und sind alle in einen Geist getr�nkt worden� (1. Kor. 12,13).

Der Heilige Geist f�hrt uns in die Todes- und Lebensgemeinschaft mit Christus, dem erhihten Haupt, und vermittelt uns alle Segnungen unserer himmlischen Stellung in Christus; Er ist es, durch den wir in Christus eins gemacht werden. Deshalb wird die Einheit der Gl�ubigen in Christus in Eph. 4,3 auch als die �Einheit des Geistes� bezeichnet. Sie ist vom Geist Gottes bereits hergestellt worden; die Gl�ubigen werden daher aufgefordert, sie zu bewahren.

Die �Einheit des Leibes Christi� ist also eine objektive Tatsache, die aus der Stellung der Gl�ubigen in Christus folgt. Diese Einheit wird durch den Geist Gottes bei der Wiedergeburt bewirkt. Der von neuem geborene Gl�ubige wird in den bereits bestehenden Organismus des Leibes hineingetauft, hineingef�gt, und wird damit objektiv einsgemacht mit allen wahren Gottes-kindern auf der ganzen Welt. Diese Einheit kann von Menschen weder geschaffen noch zerst�rt werden; sie ist ausschlie�lich ein souver�nes Werk Gottes. Sie wird nicht dadurch aufgehoben, da� einzelne Gotteskinder untereinander uneins sind � damit wird zwar die Darstellung und praktische Verwirklichung der Einheit des Leibes beeintr�chtigt, nicht aber diese vollkommene, gottgewirkte Einheit selbst, die nicht in der Gemeinde, sondern in Christus besteht.

Es ist nicht ohne Bedeutung, da� der Geist Gottes die Lehre von der objektiven Einheit des Leibes in solcher Ausf�hrlichkeit gerade den Korinthern schreiben lie�, die untereinander so zerstritten und uneins waren. Geradeihnen bezeugt Paulus, da� sie ein Leib sind durch das Werk des Geistes (1. Kor. 12,13.20.27). Die Erkenntnis dieser objektiven Tatsache sollte sie anspornen, auch in ihrer praktischen Gemeinschaft die Einheit anzustreben aber die Bibel fordert die Gl�ubigen nirgends auf, die �Einheit des Leibes Christi� herzustellen oder sich um sie zu bem�hen. Sie wird durchg�ngig als eine objektive, durch Gottes Geist bewirkte und in Christus bestehende Tatsache dargestellt.

Es darf uns ein Trost sein, da� das Versagen und die Zersplitterung der Gl�ubigen durch die Jahrhunderte der Gemeindegeschichte diese in Christus bestehende Einheit nicht zu zerst�ren oder zu beeintr�chtigen vermochte.

Wenn wir einmal offenbar werden mit dem Christus, bei Seiner Wiederkunft in Herrlichkeit, wird diese hier auf Erden verborgene vollkommene Einheit ebenfalls offenbarwerden und hervorstrahlen als heller Lichtglanz zur Verherrlichung unseres Herrn und Erlisers.

Diese wichtige Wahrheit wirft auch Licht auf eine Bibelstelle, die von den Verfechtern falscher �Einheits� bestrebungen immer wieder angef�hrt wird das Gebet unseres Herrn Jesus Christus in Johannes 17.

 

Das Gebet Jesu Christi in Johannes 17 - und die vollkommene Einheit der Gemeinde

Einige der tiefsten und eindrucksvollsten Aussagen zur Einheit der Gemeinde finden sich zweifellos in Johannes 17,1-26. Diese Aussagen werden h�ufig zitiert, um den Bem�hungen um eine �u�ere Einheit aller Gottes-kinder heute Nachdruck zu verleihen. Wir m�ssen uns jedoch fragen: Um welchen Aspekt der Einheit der Gemeinde geht es dem Herrn in Seinem Gebet? H�ren wir zun�chst die wesentlichen Aussagen:

�(18) Wie du mich in die Welt gesandt hast, habe auch ich sie in die Welt gesandt;

(19) und ich heilige mich selbst f�r sie, damit auch sie Geheiligte seien durch Wahrheit.

(20) Aber nicht f�r diese allein bitte ich, sondern auch f�r die, welche durch ihr Wort an mich glauben,

(21) damit sie alle eins seien, wie du, Vater, in mir und ich in dir, da� auch sie in uns eins seien, damit die Welt glaube, da� du mich gesandt hast.

(22) Und die Herrlichkeit, die du mir gegeben hast, habe ich ihnen gegeben, da� sie eins seien, wie wir eins sind

(23) � ich in ihnen und du in mir �, da� sie in eins vollendet seien, damit die Welt erkenne, da� du mich gesandt und sie geliebt hast, wie du mich geliebt hast.

(24) Vater, ich will, da� die, welche du mir gegeben hast, auch bei mir seien, wo ich bin, damit sie meine Herrlichkeit schauen, die du mir gegeben hast, denn du hast mich geliebt vor Grundlegung der Welt.�

(Joh. 17,18-24)

Aus diesen Worten wird deutlich, da� unser Herr von einer vollkommenen Einheit redet, von einer Einheit, die g�ttlichen Charakter tr�gt. Wenn Er davon spricht, da� wir erl�ste Menschen �alle eins seien, wie du, Vater, in mir und ich in dir� (V. 21a), dann geht es hier um eine makellose, �berirdische Einheit. Die Erl�sten der Gemeinde sollen eins sein, �wie wir eins sind� (V. 22b); ja, sie sollen �in eins vollendet� werden (V. 23a). Diese g�ttlich-vollkommene Einheit wird Wirklichkeit in Christus und im Vater: �damit auch sie in uns eins seien� (V. 21b).

Aus diesem Zusammenhang ist ersichtlich, da� der Herr hier nicht von der praktischen, �u�eren Einheit unter den Gl�ubigen der Gemeinde spricht. Solange die Gemeinde hier auf Erden existiert, hat es eine solche Einheit in der Praxis, im �u�eren noch niemals gegeben; selbst in der Apostelzeit gab es immer wieder Differenzen, Streitigkeiten, Parteiungen unter wahren Gl�ubigen, wie uns das NT zeigt � wieviel mehr erst in den Jahren des Verfalls danach!

Nein, unser Herr spricht hier von der geistlichen, himmlischen Stellung Seiner Gemeinde in Christus, von der vollkommenen Einheit, die durch die Herabkunft des Geistes an Pfingsten, durch die Wiedergeburt und Taufe des Geistes m�glich wurde.

Durch diese Taufe des Geistes wurde aus verstreuten Gl�ubigen, die immer noch irdische Menschen waren, ein geistlicher Leib, ein himmlischer, g�ttlicher Organismus geschaffen. Durch den Geist Gottes wurden die neuen Kreaturen in Christus nicht nur untereinander zu einem Leib getauft, sie wurden auch in eine kostbare, herrliche himmlische Stellung und Gemeinschaft mit dem Vater und dem Sohn gebracht, die Kol. 3,1-4 so beschreibt:

�Wenn ihr nun mit Christus auferweckt worden seid, so sucht, was droben ist, wo der Christus ist, sitzend zur Rechten Gottes. Sinnt auf das, was droben ist, nicht auf das, was auf der Erde ist; denn ihr seid gestorben, und euer Leben ist verborgen mit dem Christus in Gott. Wenn der Christus, euer Leben, geoffenbart werden wird, dann werdet auch ihr mit ihm geoffenbart werden in Herrlichkeit.�

Von dieser himmlischen Stellung, von diesem vollkommenen Einssein in Christus handelt das Gebet des Herrn in Johannes 17. Diese g�ttlich-vollkommene Einheit ist heute noch verborgen; sie wird von der Welt nicht gesehen; sie existiert �verborgen mit dem Christus in Gott�. In den Augen Gottes sind alle die verstreuten, getrennten, vielleicht auch zerstrittenen Kinder Gottes in Seinem Sohn eins, so wie sie auch in Seinem Sohn heilig und gerecht und tadellos sind aufgrund des allgenugsamen S�hnopfers Jesu Christi. Nach au�en, in ihrem Wandel auf der Erde, ist die Gemeinde in dieser Heilszeit ebensowenig vollkommen eins, wie sie vollkommen heilig und gerecht ist. Aber inwendig, in ihrer Stellung vor Gott in Christus, ist sie schon jetzt beides.

Wenn wir n�chtern feststellen, da� die vollkommene Einheit, wie sie Johannes 17 offenbart, hier auf Erden unm�glich und von Menschen nicht machbar ist, dann soll das keineswegs eine billige Ausrede sein, um das bem�hen um wahre, biblische Einheit unter Gl�ubigen abzutun. Es ist nur sehr wichtig, da� wir mit der Offenbarung Gottes ehrf�rchtig und gewissenhaft umgehen und das Wort der Heiligen Schrift so anwenden, wie es der Herr gemeint hat.

In diesem Sinn ist es verkehrt und irref�hrend, wenn man die Bitten des Herrn in Johannes 17 zu einem Aktionsprogramm f�r die Vereinigung verschiedener christlicher Gruppierungen umdeutet. Unser Herr spricht von einer Einheit, die allein der Vater schaffen konnte und auch geschaffen hat. Es w�re auch unbiblisch und bedenklich, zu unterstellen, dieses vollkommene Gebet sei nicht erh�rt worden und nicht in Erf�llung gegangen, weil Menschen versagt h�tten. Dieses Gebet ist erh�rt und im Kern bereits erf�llt, auch wenn manche Bitten heilsgeschichtlich ihre Erf�llung erst mit dem Offenbarwerden des Christus erfahren.

Das zeigt sich an den oft erw�hnten Aussagen �(...) da� auch sie in uns eins seien, damit die Welt glaube, da� du mich gesandt hast� (V. 21b) und �(...) da� sie in eins vollendet seien, damit die Welt erkenne, da� du mich gesandt und sie geliebt hast, wie du mich geliebt hast� (V. 23b). Von manchen Christen werden sie so gedeutet, da� die Welt sich l�ngst bekehrt h�tte, wenn nur die Christen recht untereinander eins seien, und da� eine �Erweckung� ausbrechen w�rde, wenn nur die �Einheit� geschaffen werden k�nnte. Aus unseren heilsgeschichtlichen Betrachtungen �ber das Wesen der Heilszeit der Gemeinde wissen wir jedoch, da� �die Welt� das Zeugnis der Gemeinde nicht glauben wird noch Jesus Christus erkennt, sondern allein die Auserw�hlten. �Die Welt� glaubt erst an Christus und erkennt Ihn erst im Tausendj�hrigen Reich. Auf diese Zeit zielen nach unserer �berzeugung letzten Endes auch die oben angef�hrten �u�erungen unseres Herrn.

Es gibt eine Zeit, in der alles offenbar wird vor den Augen der Welt, was bisher verborgen war.

�Wenn Christus, unser Leben, geoffenbart werden wird, dann werdet auch ihr mit ihm geoffenbart werden in Herrlichkeit� (Kol. 3,4).

�Geliebte, jetzt sind wir Kinder Gottes, und es ist noch nicht offenbar geworden, was wir sein werden; wir wissen, da� wir, wenn es offenbar werden wird, ihm gleich sein werden, denn wir werden ihn sehen, wie er ist� (1. Joh. 3,2).

Wenn auf dem H�hepunkt der Gerichte �ber die V�lkerwelt der Herr Jesus Christus mit all Seinen dann vollendeten, verherrlichten Heiligen auf die Erde kommen und vor aller Augen offenbar werden wird, dann erst wird �die Welt� glauben, da� dieser Jesus Christus von Gott gesandt und Herr �ber alle ist. Dann erst wird die Welt auch anerkennen, da� die wahren Christen vom Vater geliebt sind � dieselbe Welt, die bis zu dieser Zeit alle an Christus Gl�ubigen ha�t und verfolgt (vgl. Joh. 15,18-21!).

Dann erst wird die vollkommene, g�ttliche, herrliche Einheit des Leibes des Christus vor aller Augen offenbar sein und ein machtvolles Zeugnis f�r Christus darstellen. So hei�t es in 2. Thess. 1,10 von der Ankunft des Christus zu Beginn des Tausendj�hrigen Reiches:

�(...) wenn er kommt, um an jenem Tag in seinen Heiligen verherrlicht und in all denen bewundert zu werden, die geglaubt haben.�

Nur wenn wir diese  heilsgeschichtliche Spannweite der Worte unseres Herrn erkennen, werden wir vor Irrt�mern bewahrt bleiben und Sein hohepriesterliches Gebet richtig verstehen.

Wir wollen festhalten, da� nach der Lehre der Schrift die Aufforderungen �Wir m�ssen endlich die Einheit des Leibes Christi verwirklichen!� falsch und irref�hrend sind; diese Einheit existiert objektiv in Christus, und die Gl�ubigen sind nirgends aufgerufen, sie zu schaffen. Diese Einheit wird durch die �u�erliche Zerstreuung der Kinder Gottes auch nicht aufgehoben, weil sie innerlichen, geistlichen, himmlischen Charakter tr�gt.

 

b) Die praktische Einheit in der Gemeinde Jesu Christi

Mit der Feststellung, da� die Einheit des Leibes Christi eine objektive, vom Wandel der Gl�ubigen unabh�ngige Tatsache und ein vollkommenes Werk Gottes ist, soll keineswegs die Wahrheit verdunkelt oder abgewertet werden, da� die Heilige Schrift die Gl�ubigen immer wieder auffordert, in ihrem praktischen Zusammenleben auf Erden eins zu sein und der objektiven, stellungsm��igen Einheit so weit wie m�glich in ihrem Wandel zu entsprechen.

Jeder geistlich gesinnte Gl�ubige sollte sich immer mehr seiner Berufung als Glied am Leib Christi bewu�t werden und so handeln, da� er zur Auferbauung des Leibes mit all denen zusammenwirkt, die der Herr zu ihm gestellt hat (vgl. 1. Kor. 12,12-27; Eph. 4,16; R�. 12,4-8; 1. Petr. 4,9-11). Nur mu� deutlich gemacht werden, da� diese �subjektive�, praktische Einheit im Gegensatz zur objektiven Einheit in Christus von vorneherein nur eingeschr�nkt und unter bestimmten Bedingungen zu verwirklichen war und ist.

 

Die Ermahnungen der Schrift zur praktischen Einheit unter den Gl�ubigen.

Ein Schl�ssel zum Verst�ndnis der praktizierten Einheit unter Gl�ubigen finden wir in Eph. 4,3:

�Beflei�igt euch, die Einheit des Geistes zu bewahren durch das Band des Friedens�.

Der Ausgangspunkt, das Vorgegebene, ist die Einheit des Geistes, worunter zun�chst die in der Taufe des Geistes bewirkte objektive Einheit in Christus zu verstehen ist. Diese Einheit des Geistes k�nnen und m�ssen wir nicht erst herstellen, wir sollen sie bewahren. Das vollbrachte Heil in Christus und die von Gott gewirkte objektive Einheit der Gl�ubigen im Leib Christi sind die Grundlage f�r alle Ermahnungen zur gelebten Einheit untereinander. Die fleischlichen Korinther werden von Paulus aufgerufen:

�Ich ermahne euch aber, ihr Br�der, kraft des Namens unseres Herrn Jesus Christus, da� ihr alle einm�tig seid und keine Spaltungen unter euch zula�t, sondern zusammenhaltet in derselben Gesinnung und in derselben �berzeugung� (1. Kor. 1,10 � revSch).

In dieser Aussage wie auch sonst im Korintherbrief wird auch eine wesentliche Einschr�nkung der praktischen Einheit der Gemeinde offenbar: Sie kann nur dort richtig ausgelebt werden, wo die Gl�ubigen geistlich gesinnt sind; fleischliche Gl�ubige wie die aus Korinth werden unwillk�rlich immer wieder die Einheit verletzen und zu Streit, Parteiungen, Trennungen und falschen Lehren neigen (vgl. 1. Kor. 1,11-13; 3,3f.; 2. Kor. 12,20f.). Nicht umsonst werden unter den �Werken des Fleisches� in Gal. 5,19-21 Feindschaften, Streit, Eifersucht, Zwistigkeiten und Parteiungen (haireseis) genannt.

So macht das Wort Gottes auch deutlich, da� die praktizierte Einheit innerhalb der Gl�ubigen eine Frage der geistlichen Gesinnung, der Herzenshaltung ist. Im Philipperbrief etwa schreibt Paulus:

�Gibt es nun irgendeine Ermahnung in Christus, gibt es Zuspruch der Liebe, gibt es Gemeinschaft des Geistes, gibt es Herzlichkeit und Erbarmen, so machet meine Freude villig, indem ihr eines Sinnes seid, gleiche Liebe habet, einm�tig und auf eines bedacht seid, nichts tut aus Parteigeist oder eitler Ruhmsucht, sondern durch Demut einer den andern h�her achtet als sich selbst, indem jeder nicht nur das Seine ins Auge fa�t, sondern auch das des andern. Denn ihr sollt so gesinnt sein, wie Jesus Christus auch war (...)� (Phil. 2,1-5 - Sch).

Auch in dem Segenswunsch oder Gebet des Paulus f�r die R�mer kommt diese Betonung der Gesinnung zum Ausdruck:

�Der Gott des Ausharrens und der Ermunterung aber gebe euch, gleichgesinnt zu sein untereinander, Christus Jesus gem��, damit ihr einm�tig mit einem Munde den Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus verherrlicht. Deshalb nehmt einander auf [od.:an], wie auch der Christus euch aufgenommen [od. angenommen] hat, zu Gottes Herrlichkeit� (R�. 15,5-7).

Die praktische Umsetzung dieser Gesinnung der Einheit ist gelebte Liebe untereinander (vgl. R�. 13,8; 1. Kor. 8,1-3; 13,1-8; 16,14; Eph. 5,1; Kol. 2,2; 3,12-14; 1. Thess. 3,12f.; 2. Thess. 1,3; 1. Petr. 1,22f.; 3,8f.; 1. Joh. 3,11-17; 4,7-5,3; 2. Joh. 5f.) und gelebter Friede (vgl. R�. 14,19; Eph. 4,3; 1. Thess. 5,12-15), der vor allem die gegenseitige Bu�e und Vergebung einschlie�t.

 

Grenzen und Hindernisse der geistlichen Einheit

Wir haben gesehen, da� eine ungeistliche, selbstbezogene, fleischliche Gesinnung ein ernsthaftes Hindernis f�r die praktizierte Einheit der Gl�ubigen darstellt; dort wo fleischlich gesinnte Christen tonangebend sind, wird sich echte geistliche Einheit nicht verwirklichen lassen, wie an der Gemeinde in Korinth offenbar wird.

Noch schwerwiegender und bedrohlicher ist ein anderes Hindernis f�r die gelebte Einheit der Gemeinde: Verf�hrerische, falsche Lehren und die daraus entstehenden Parteiungen (haireseis), die aus Anh�ngern falscher Lehren bestehen. Unter diesen Anh�ngern sind von Anfang an auch wahre Gotteskinder gewesen, die sich durch die Verf�hrung bet�ren lie�en und sich au�erhalb der Gemeinschaft der treuen Gl�ubigen stellten, obwohl sie Glieder am Leib Christi waren.

Von Anbeginn der Gemeindegeschichte waren solche Trennungen und Parteiungen aufgetreten; mit am einflu�reichsten waren zu Beginn judaistische Irrlehren, die teilweise starke Anh�ngerschaft fanden und sogar zu einer Auseinandersetzung zwischen zwei Aposteln f�hrten (vgl. Galater 2).

Mit dem Auftreten solcher Irrstr�mungen war die praktische, �u�ere Einheit der Gemeinde Jesu Christi schon von Anfang an nur ann�herungsweise und eingeschr�nkt zu verwirklichen. Der Apostel Paulus gibt in seiner Abschiedsrede an die �ltesten von Ephesus eine prophetische Offenbarung, die sich durch die ganzen Jahrhunderte der Gemeindegeschichte best�tigt hat:

�Ich wei�, da� nach meinem Abschied grausame W�lfe zu euch herein-kommen werden, die die Herde nicht verschonen. Und aus eurer eigenen Mitte werden M�nner aufstehen, die verkehrte Dinge reden, um die J�nger abzuziehen hinter sich her� (Apg. 20,29f.).

Gegen�ber solchen Irrstr�mungen, das zeigt uns das Wort Gottes ganz klar, darf es niemals zu einer �Einheit� kommen, selbst wenn in ihnen irregef�hrte Gotteskinder zu finden sind. Diesen Grundsatz der Absonderung von Verf�hrung haben wir bereits oben ausf�hrlich betrachtet (vgl. Kap. XII, S. 518ff.); die Schrift zeigt uns, da� eine �Einheit� mit Vertretern von Irrstr�mungen dazu f�hrt, da� der Sauerteig der falschen Lehre auch auf die gesunden Gl�ubigen �bergreift (Gal. 5,7-10) und da� sie sich mitschuldig machen an den b�sen Werken der Verf�hrer (2. Joh. 11). So gilt f�r die Gemeinde die Ermahnung aus R�. 16,17-19:

�Ich ermahne euch aber, ihr Br�der, gebet acht auf die, welche Trennungen und �rgernisse anrichten abseits von der Lehre [oder entgegen der Lehre], die ihr gelernt habt, und meidet sie [od. geht von ihnen weg, haltet euch fern von ihnen]. (...) Denn euer Gehorsam ist �berall bekanntgeworden. Darum freue ich mich �ber euch, m�chte aber, da� ihr weise w�ret zum Guten und unvermischt bliebet mit dem B�sen.�

Biblische Einheit unter Gl�ubigen im vollen Sinn des Begriffes schlie�t also alle (auch alle Gl�ubigen) aus, die Irrlehren und Parteiungen anrichten bzw. Anh�nger solcher Parteiungen sind (vgl. Tit. 3,10)! Wenn ein Gl�ubiger das Gebot der Absonderung vom B�sen mi�achtet und sich in eine Kirche oder Gemeinde begibt, die verf�hrerischen Lehren von D�monen folgt, dann hat er sich selbst aus der praktischen Gemeinschaft des Leibes Christi ausgeschlossen.

Die Grundlage jeder biblischen Einheit mu� der

�ein f�r allemal den Heiligen �berlieferte Glaube� (Jud. 3)

sein, womit die Gesamtheit der wesentlichen Lehren des NT gemeint ist. Damit sind nicht nur offensichtliche Sekten wie die Zeugen Jehovas von einer solchen vollen Gemeinschaft ausgeschlossen, sondern auch andere irrgeistige Str�mungen, seien es Anh�nger liberal-bibelkritischer Lehren oder auch die Anh�nger der Pfingst- und Charismatischen Bewegung.

Das bedeutet nicht, da� bibeltreue Gl�ubige mit echten Gotteskindern z. B. aus einer Pfingststr�mung keine pers�nlichen Kontakte haben oder Gespr�che f�hren k�nnten, wenn sie der Herr so leitet � aber eine Gemeinschaft innerhalb einer biblischen Gemeinde oder eine Zusammenarbeit etwa bei Evangelisationen ist von der Schrift her nicht m�glich.

 

c) Der Verfall der Gemeinde in der letzten Zeit und die Einheit

Mit dem von der Schrift geweissagten geistlichen Verfall der Gemeinde unmittelbar nach der Apostelzeit war auch ein endg�ltiges Zerfallen der �u�erlichen Einheit der Gemeinde Jesu Christi verbunden. Seitdem sind die wahren Gotteskinder in einer gro�en Zahl verschiedener Gro�kirchen, Gruppen und Gemeinden zerstreut, die durch Lehrunterschiede und Traditionen voneinander getrennt sind.

So schmerzlich diese Tatsache f�r jeden bewu�ten Christen ist, so sehr sie Gottes urspr�nglicher Absicht mit der Gemeinde widerspricht und ihr Zeugnis beeintr�chtigt, so lassen doch manche Aussagen der Schrift erkennen, da� diese Entwicklung von Gott so zugelassen ist und eine Folge jener ernsten Tatsache ist, die uns in 1. Petr. 4,17 geoffenbart wird:

�Denn die Zeit ist gekommen, da� das Gericht anfange beim Haus Gottes; wenn aber zuerst bei uns, was wird das Ende derer sein, die dem Evangelium Gottes nicht gehorchen?�

Es mag uns helfen, wenn wir hier das Vorbild Israels heranziehen (vgl. 1. Kor. 10,1-12). So wie das Versagen des Volkes Israel schlie�lich zu seiner Zerstreuung f�hrte, die alle �u�erliche Einheit und Herrlichkeit des Gottesvolkes wegnahm bis hin zur Zerst�rung Jerusalems und des Tempels, und nur ein geringer �berrest bewahrt wurde und mitten in diesem Gericht treu blieb (Daniel, Esra, Nehemia), so wurde auch alle �u�erliche Einheit und Herrlichkeit der Gemeinde weggenommen und das Volk Gottes in eine Zerstreuung gef�hrt, die der urspr�nglichen Wesensbestimmung der Gemeinde widersprach und ein schmerzhaftes, dem�tigendes Mal ihres Versagens darstellt.

Aber ebensowenig wie das Volk Israel aus eigenem Antrieb und Wirken die Zerstreuung r�ckg�ngig machen und zu seiner alten Gr��e im verhei�enen Land zur�ckkehren konnte, ebensowenig kann die wahre Gemeinde aus eigenem bem�hen die gerichtliche Zerstreuung der Gl�ubigen r�ckg�ngig machen.

Die Geschichte der Gemeinde seit der Reformation, insbesondere auch die Geschichte der geistlichen Aufbr�che und Belebungen in den letzten 200 Jahren hat bewiesen, da� der vielfache geistliche Segen, den der Herr den Seinen inmitten des Verfalls gegeben hat, dennoch nicht zu einer neuen �u�erlichen Einheit aller wahren Gl�ubigen gef�hrt hat. Einige z. T. schwarmgeistig inspirierte Versuche dazu sind kl�glich gescheitert und haben die Verwirrung und Zersplitterung h�ufig nur vergr��ert.

In diesem Sinn m�ssen wir uns dem�tig unter die Hand Gottes beugen, der offenkundig solchen �u�erlichen Einheitsbestrebungen Seinen Segen verwehrte.

�Denn es m�ssen ja auch Parteiungen unter euch sein, damit die Bew�hrten offenbar werden� (1. Kor. 11,19).

Vielleicht steckt tats�chlich eine prophetische Bedeutung f�r die letzte Zeit in dieser Aussage des Paulus; in jedem Fall kann die Zersplitterung der Gemeinde aus der heutigen Sicht nur durch ein souver�nes Eingreifen Gottes, nicht aber durch die Bem�hungen von Gl�ubigen beseitigt werden. Im Gegenteil richtet in dieser letzten Zeit mit ihren vielf�ltigen Verf�hrungen jedes Einheitsbestreben, das nicht auf der Grundlage der Absonderung von S�nde, verf�hrerischen Lehren und Weltfirmigkeit erfolgt, direkten Schaden an, indem es den Kr�ften der Irref�hrung Raum gew�hrt und sie deckt.

Andererseits sollte die geistliche Gemeinschaft zwischen bibeltreuen Gl�ubigen nicht durch zweitrangige Lehrfragen wie etwa den Zeitpunkt der Entr�ckung oder Einzelheiten der Gestaltung des Gemeindelebens verhindert werden. Gerade in der letzten Zeit, in der die Zahl der Gl�ubigen abnimmt, die dem Herrn noch wirklich treu sind, sollten diese, auch wenn sie sich in unterschiedlich gepr�gten Gemeinden versammeln, doch die Liebe zueinander, den gegenseitigen Austausch und die Ermutigung nicht vernachl�ssigen und bestrebt sein, so weit wie m�glich eines Sinnes zu werden, miteinander Seine Gemeinde zu bauen und dabei treu nach dem Wort Gottes zu handeln, so wie jeder Einsicht hat.

Hier geht es nicht um �u�erliche Vereinigung, sondern um die innere Einheit des Geistes, um die Einheit des Glaubens und der Vollerkenntnis unseres Herrn Jesus Christus, zu der wir hinwachsen sollen, um zur vollen Mannesreife zu gelangen (Eph. 4,12f.). Dies ist nur m�glich, wenn alle diejenigen, die treue, geistlich gesinnte Christen sind, wirklich als Glieder an dem einen Leib des Christus handeln, einander dienen und erbauen, zuallererst im Rahmen der �rtlichen biblischen Gemeinden, aber auch in gr��erem Rahmen, so wie es der Herr der Gemeinde f�hrt.

Wenn es hier inmitten aller Zerrissenheit und Verwirrung der letzten Zeit zu geistlichem Wachstum und Vorw�rtsschreiten kommen soll, dann ist die Voraussetzung ganz sicherlich Bu�e und Beugung �ber dem eigenen Versagen, �ber fleischlicher Tr�gheit und Eigensucht, �ber Streitigkeiten und Besserwisserei, �ber Mangel an biblischer Absonderung und Mangel an herzlicher Bruderliebe f�r die �anderen�.

Wenn der Herr Gnade gibt, da� diejenigen Gl�ubigen, die noch aus Tradition und Vernachl�ssigung der biblischen Lehre �ber die Gemeinde in Gro� und Freikirchen vermischt mit dem B�sen leben, die Kraft und den Mut zu biblischer Absonderung empfangen, und andererseits solche Gl�ubige, die aus einer falschen Lehre der Absonderung heraus sich von ihren Br�dern abgekapselt haben, wieder zu biblischer Gemeinschaft mit anderen treuen Gl�ubigen finden, dann kann es vielleicht gewisse Fortschritte in Richtung auf eine n�chterne, biblische Einheit wenigstens der bibeltreuen Gl�ubigen geben. In jedem Fall ist jeder Gl�ubige verpflichtet, im Gebet und Handeln auf ein solches biblisches Einswerden hinzuwirken, das immer ein gemeinsames Hinwachsen zu Christus, dem Haupt, ist.

 

Zerst�rerische Einheit oder auferbauende Abgrenzung

In bezug auf die Aufrufe zur �Einheit� mit Irrlehren und Parteiungen wie der Pfingst- und Charismatischen Bewegung hingegen gilt: Eine �Einheit� auf Kosten der Wahrheit, eine �Einheit�, die nicht auf der Grundlage des ein f�r allemal �berlieferten Glaubens, der gesunden Lehre und der biblischen Absonderung vom B�sen steht, ist keine biblische Einheit; sie dient nicht zur Auferbauung des Leibes, sondern letztlich nur der Zerst�rung und Verwirrung.

Eine solche �Einheit� hat auch nichts mit der echten, geistlichen Agape Liebe zu tun. Wer den Herrn und die wahren Gotteskinder liebt, wird es niemals zulassen k�nnen, da� der Feind seine trojanischen Pferde in die echte Gemeinde Jesu Christi einschleust und dort sein Werk der Verf�hrung unter dem Deckmantel der �Einheit� tun kann.

Wenn einem falschen Geist und falschen Lehren die T�ren ge�ffnet werden, dann hat nur einer Nutzen von einer solchen unbiblischen Einheit: der Widersacher. Die Vermischung mit dem Irrgeist behindert bzw. beeintr�chtigt nur die echte Einheit, d. h. die biblisch gebotene geistliche Zusammenf�hrung der wahren Gl�ubigen auf der Grundlage der geoffenbarten Wahrheit der Heiligen Schrift.

So ist in unserer heutigen Zeit jeder Gl�ubige vor die Wahl gestellt: Entweder er hat Teil an einer unbiblischen, gegen den Herrn gerichteten �Einheit�, die Vermischung mit dem B�sen bedeutet, oder er mu� sich von dieser unbiblischen Vermischung absondern, um mit den Gl�ubigen eins zu werden, die auf der Grundlage der Heiligen Schrift Gemeinde bauen und gemeinsam zu ihrem Herrn Jesus Christus heranwachsen wollen. M�ge der Herr Gnade schenken, da� noch viele Gotteskinder erkennen, was in dieser Situation der Wille Gottes ist, das Gute und Vollkommene und Wohlgef�llige!

Die falsche Einheit als Methode der antichristlichen Irref�hrung

Wenn wir die endzeitliche Entwicklung n�chtern betrachten, m�ssen wir feststellen, da� gerade in diesen letzten Tagen eine betr�gerische, unbiblische �Einheit� zu den wirkungsvollsten Verf�hrungsparolen des Satans geh�rt.

Die satanische, widerchristliche �Einheit� wird in drei sich ausweitenden Kreisen propagiert.

Doch am gef�hrlichsten f�r gl�ubige Christen ist die erste Stufe der unbiblischen Einheitsbestrebungen, die auf eine Vereinigung von irrgeistig verf�hrten und bibeltreuen Christen hinzielt. Besonders in der Evangelisation sei eine Zusammenarbeit notwendig, erg�nzt durch gemeinsame Gebetsaktivit�ten und verst�rkte gemeindliche Beziehungen. �Um der Sache Jesu Christi willen�, so lautet die Argumentation, m��ten unterschiedliche Lehrmeinungen zur�ckgestellt werden; um der �Liebe� willen solle man alles Trennende beiseitelassen.

Die Wahrheit der Berliner Erkl�rung und das Versagen vieler heutiger Hirten

Diese vordergr�ndig einleuchtenden Argumente haben immer mehr Verantwortliche in der Gemeinde benebelt und irregef�hrt. Sie sind zu Kompromissen bereit, die in Wahrheit der �Sache Jesu Christi� gro�en Schaden zuf�gen und den geistlichen Verfall und die Irref�hrung in der Gemeinde f�rdern. Sie haben damit gegen die klaren Anweisungen der Heiligen Schrift gehandelt und sind als Hirten an ihrem Herrn und der ihnen anvertrauten Herde schuldig geworden.

Es ist nur folgerichtig, da� gerade solche �Evangelikale�, die die Abgrenzung zur Pfingstbewegung aufheben wollen, auch zunehmend offen f�r den �Dialog� mit der katholischen Kirche und f�r die antichristliche �kumene werden.

Demgegen�ber mu� dankbar hervorgehoben werden, da� zu Anfang dieses Jahrhunderts Hirten und Verantwortliche der Gemeinde den Mut hatten, den d�monischen Charakter des Pfingstgeistes klar beim Namen zu nennen und auf der Grundlage der Heiligen Schrift eine Abgrenzung zu vollziehen, die den Gl�ubigen im deutschsprachigen Raum zum gro�en Segen geworden ist.

Die heute vielgeschm�hte �Berliner Erkl�rung� von 1909 hatte einen geistlichen Damm aufgerichtet, der �ber Jahrzehnte die schwarmgeistige Irref�hrung in Grenzen hielt. Sie war ein vor�bergehender Sieg des Lichts im geistlichen Kampf f�r den �berlieferten Glauben, gerade weil sie jede Gemeinschaft mit Anh�ngern der Pfingstbewegung verweigerte und dem irrgeistigen Einbruch mit geistgewirkter Entschiedenheit entgegentrat.

Heute dagegen m�ssen wir n�chtern feststellen, da� dieser geistliche Schutzdamm ein f�r allemal gebrochen ist. Die �Berliner Erkl�rung� beh�lt ihre G�ltigkeit als Zeugnis der Wahrheit unvermindert bei; im Gegenteil, die heutige Entwicklung in der Pfingst- und Charismatischen Bewegung unterstreicht nur, wie klar die Br�der damals im wesentlichen sahen. Aber die gro�e Mehrheit der Gemeinden und Gemeinschaften, die damals die Berliner Erkl�rung unterst�tzten, hat sich von der geistlichen Klarheit ihrer Vorv�ter weit entfernt und driftet im endzeitlichen Sog des Verfalls und der Verf�hrung weg von der Wahrheit der Schrift und weg vom Herrn der Gemeinde.

Diese Entwicklung ist nicht umkehrbar; es ist absehbar, da� am Ende nur noch eine kleine Minderheit der gl�ubigen Christen sich wirklich klar von der pfingstlich-charismatischen Verf�hrung abgrenzt, w�hrend Scharen von Christen mehr und mehr unter den betr�gerischen Einflu� dieses Irrgeistes geraten werden. Sie werden die klarstehende Minderheit als �Spalter� und �Agenten Satans� angreifen, als sture, wortklauberische Fundamentalisten, die Hindernisse f�r die von ihnen verfolgte schwarmgeistige �Einheit� bilden.

Diese Angriffe d�rfen jedoch niemanden davon abhalten, um des Herrn willen an dem g�ttlich vorgezeichneten Weg der Absonderung von allem B�sen festzuhalten. �Deshalb la�t uns zu IHM hinausgehen, au�erhalb des Lagers, und seine Schmach tragen. Denn wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zuk�nftige suchen wir� (Hebr. 13,13f.).