Traditionalisten
(Priesterbruderschaft St. Pius X.)

Klick auf den Kompass öffnet den IndexDas 2. Vatikanische Konzil hatte verschiedene innerkirchliche Reformen in der R�misch-Katholischen Kirche mit sich gebracht. Nach seiner Beendigung bildete sich eine traditionalistische Bewegung um den franz�sischen Erzbischof Marcel Francois Lef�bvre (1905-91), die Priesterbruderschaft St. Pius X.. Lef�bvre geh�rte selbst zu den Bisch�fen des Konzils, konnte sich dort aber nicht durchsetzen. �u�erlich ging es ihnen vor allem um die Beibehaltung der auf dem gegenreformatorischen Konzil von Trient beschlossenen Form der Messe und der Liturgie in lateinischer Sprache. Eigentlich aber lehnten sie jede Ver�nderung ab. Die sehr starke, aber noch nicht voll organisierte Gruppe sieht sich als die reine katholische Kirche. Das interreligi�se "Gebetstreffen" von Assisi 1986 wertete Lef�bvre zutreffend als "G�tzendienst", bei dem sich antichristliche Z�ge offenbarten. Vor seinem Tod weihte Lef�bvre 1988 in Econe/Wallis vier Priester zu Bisch�fen, soda� seine Bewegung in katholischer Form weiterarbeiten kann. Lef�bvre wurde daraufhin von Papst Johannes Paul II. exkommuniziert. Die Priesterbruderschaft, die sich weiter als katholisch versteht, erkl�rt ihre Geschichte und ihr Selbstverst�ndnis so:

"Wir h�ngen mit ganzem Herzen und mit ganzer Seele am katholischen Rom, der H�terin des katholischen Glaubens und der f�r die Erhaltung dieses Glaubens notwendigen Traditionen, am Ewigen Rom, der Lehrerin der Weisheit und Wahrheit. Wir lehnen es hingegen ab, und haben es immer abgelehnt, dem Rom der neo-modernistischen und neo-protestantischen Tendenz zu folgen, die klar im Zweiten Vatikanischen Konzil und nach dem Konzil in allen Reformen, die daraus hervorgingen, zum Durchbruch kamen."

Insbesondere lehnt die Priesterbruderschaft St. Pius X. die Umformung der katholischen Messe ab, wie sie im Gefolge des II. Vatikanischen Konzils durchgef�hrt wurde. Die sog. "Neue Messe" Papst Pauls VI. enth�lt nach den Worten Erzbischof Lef�bvres "ein f�r den Glauben sch�dliches Gift". Um dem entgegenzuwirken, bem�ht sie sich um die Ausbildung eigener Priester:

"Die Priesterbruderschaft St. Pius X. widmet sich der Erneuerung des Priestertums und allem, was damit zusammenh�ngt. Sie betreibt deshalb Priesterseminare (in der Schweiz, Frankreich, Australien, USA, Argentinien und Deutschland), au�erdem Priorate, Messzentren und Kapellen. Daneben gilt ihre besondere M�he dem Aufbau und Erhalt katholischer Schulen sowie dem Abhalten von Exerzitien und Einkehrtagen."

Der Vatikan hat sich sehr um die R�ckkehr der Traditionalisten bem�ht. So kam es nach den Bischofsweihen im Jahre 1988 zu einer Abspaltung von der Lef�bvre-Bewegung, die zwar auch an der tridentinischen Messe festhalten will (was ihr von Rom inzwischen auch zugestanden wird), sich aber zugleich auch dem amtierenden Papst unterwirft: die Priesterbruderschaft St. Petrus mit ihrem Zentrum in Wigratzbad/Allg�u. Von den Lef�bvre-Anh�ngern wird diese Abspaltung als "Verrat" angesehen, doch gibt es unter dem als "konservativer" geltenden Papst Benedikt XVI. wieder Gespr�che und den Versuch einer Ann�herung an Rom.

Neben und bei den Traditionalisten existieren im katholischen Umfeld auch "Sedisvakantisten". Diese lehnen die seit dem 2. Vatikanischen Konzil amtierenden P�pste als "Modernisten" und ">Freimaurer" ab und sagen:

 "Der Stuhl des Apostels Petrus ist leer"
("Sedes apostoli Petri vacans est").

Rainer Wagner / Lothar Gassmann


Index

Etliche Texte sind auch in gedruckter Form erschienen in verschiedenen Handb�chern (je 144-200 Seiten, je 9,80 Euro):

1. Kleines Sekten-Handbuch
2. Kleines Kirchen-Handbuch
3. Kleines �kumene-Handbuch
4. Kleines Endzeit-Handbuch
5. Kleines Katholizismus-Handbuch
6. Kleines Anthroposophie-Handbuch
7. Kleines Zeugen Jehovas-Handbuch
8. Kleines Ideologien-Handbuch
9. Kleines Esoterik-Handbuch
10. Kleines Theologie-Handbuch

Weitere Handb�cher (�ber Theologie, Esoterik, u.a.) sind geplant. Informationen bei www.l-gassmann.de