Bibelkritik

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Bibelkritik ist die Kritik der Bibel mit Methoden der aufgekl�rten Vernunft, beruhend auf methodischem Atheismus.

Die Bibelkritik glaubt an einen anderen Jesus als diejenigen, die Gottes Wort Glauben schenken. Jesus ist nach Gottes Wort Gottes Sohn. F�r die Bibelkritik ist Gottes Sohn nur ein leerer Name. Jesus ist nach Gottes Wort geboren von der Jungfrau Maria. F�r die Bibelkritik ist das nur eine Legende. Jesus ist nach Gottes Wort derjenige, der Wunder getan hat. F�r die Bibelkritik hat Jesus vielleicht ein paar psychosomatische Heilungen vollbracht, aber keinen Toten auferweckt und keine Kranken geheilt. Jesus hat nach Gottes Wort all das gesagt, was wir in den Evangelien finden. F�r die Bibelkritik hat er davon h�chstens 15% gesprochen. Jesus ist nach Gottes Wort f�r uns ans Kreuz gegangen. Er hat f�r unsere S�nden da gehangen, und das ist die einzige Grundlage, auf der Gott uns gn�dig sein kann, auf der er uns unsere S�nden vergeben kann. Aber f�r die Bibelkritik ist der Tod Jesu nur das Scheitern eines Sozialreformers. Nach Gottes Wort ist unser Herr Jesus auferstanden, und w�re Jesus nicht auferstanden, dann w�rden auch wir nicht auferstehen, dann g�be es keine Erl�sung, dann g�be es kein ewiges Leben. In der Bibelkritik ist Jesus auferstanden in das "Wort des Kerygma" hinein, das heisst, solange sich noch jemand findet, der "Jesus predigt", ist er lebendig. Nicht anders als Plato, wenn seine B�cher noch gelesen werden. F�r diejenigen, die an Gottes Wort glauben, ist Jesus aufgefahren gen Himmel, er sitzt zur Rechten Gottes des Vaters, von dannen er wiederkommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. F�r die Bibelkritik gibt es keine leibliche Himmelfahrt und Wiederkunft Jesu Christi.

1. Wie entstand die Bibelkritik?

Die Bibelkritik wurde durch die Philosophie der Aufkl�rung etabliert. Eines ihrer Instrumente war die Definition. Angefangen mit Francis Bacon (1561-1626) wurde mit diesem Mittel willk�rlich festgelegt, dass Gottes Wort � die Quelle der Wahrheit � au�erhalb der Wahrheit stand und keinen Raum im Bereich des Denkens finden sollte. Ren� Descartes (1596-1650) erhob den Zweifel zum Erkenntnisprinzip. Die historisch-kritische Theologie hat dies �bernommen und zur Grundlage der Bibelauslegung im Alten wie im Neuen Testament gemacht. Wenn man heutzutage meint, man m�sse "alles hinterfragen", dann hat man sich das Prinzip des Zweifels von Descartes zu eigen gemacht. Die Wunder-Kritik wurde begonnen von Thomas Hobbes (1588-1679) und David Hume (1711-1776), fortgesetzt von Baruch de Spinoza (1632-1677) und Kant. Es war Spinoza, der als erster die Behauptung aufstellte, die f�nf B�cher Mose k�nnten nicht von Mose geschrieben sein, womit er Raum schaffte, um die Frage nach ihrem Ursprung neu zu beantworten. Spinoza behauptete gleichfalls, dass in den B�chern der Propheten in jedem Kapitel nur einige Verse auf diese zur�ckgehen, was noch heutzutage an den theologischen Fakult�ten in �hnlicher Weise gelehrt wird. Auch der Anfang der Kritik an den Evangelien geht auf Spinoza zur�ck. An der Tatsache, dass wir nicht ein Evangelium haben, sondern vier, k�nne man klar erkennen, dass die Evangelien nicht inspiriert seien, behauptete er. Spinoza begriff nicht, dass es Gottes Prinzip ist, dass "auf zweier oder dreier Zeugen Mund" die Wahrheit beruht (5. Mose 19,15; Mt. 18,16).

Immanuel >Kant (1724-1804) stellte dann grunds�tzlich die M�glichkeit einer Erkennbarkeit Gottes in Frage. In der Absicht, >Empirismus und Rationalismus zu vereinigen � die beiden philosophischen Ans�tze, die in der Aufkl�rungsphilosophie abwechselnd die Vorherrschaft hatten � schwei�te er sie zu einem System zusammen, das zu einem K�fig f�r das menschliche Denken wurde. Das Ergebnis von Kants Lehre ist in Goethes Faust auf den k�rzesten Begriff gebracht:

"Zum Jenseits ist der Ausblick uns verrammelt; ein Tor, wer dorthin seine Augen blinzelnd richtet."

Seitdem heisst es, man k�nne �ber Gott nicht direkt reden. Mein Lehrer Rudolf Bultmann sagte uns in einer Vorlesung, wir m�ssten doch respektieren, dass wir nach Kant leben, weshalb es uns nicht mehr erlaubt sei zu denken, wie es vor Kant noch m�glich gewesen sei. Wer ist denn Kant? Er ist doch nur ein Mensch! Wir sind nicht gezwungen, seine Gedanken mehr zu respektieren als Gottes Offenbarung.

Die wichtigsten Ergebnisse dieser �bernahmen aus der Philosophie durch die Theologie waren:

1. die Trennung von Glauben und Denken,

2. die �bernahme des Weltbildes der Aufkl�rungsphilosophie, des sp�ter so genannten "monistischen Weltbildes". Anstatt am Weltbild der Bibel festzuhalten, das zwischen der sichtbaren und der unsichtbaren Welt unterscheidet (vgl. Kol. 1,16), entschied sich die historisch-kritische Theologie f�r das Weltbild des >Monismus, das nur die eine, sichtbare Welt kennt und in dem Gott als handelndes und redendes Subjekt keinen Raum hat. Folglich bekam sie Schwierigkeiten mit der Bibel, in der Gott st�ndig als handelndes und redendes Subjekt zu Worte kommt. Deshalb m�nzte sie Gottes Selbstoffenbarung um zu menschlichen Aussagen �ber Gott und behalf sich, indem sie wesentliche Aussagen der Bibel als "mythologisch" deklarierte. Die �bernahme des Weltbildes der >Philosophie f�hrte folgerichtig zu Bultmanns Entmythologisierung und zur Verleugnung der Gottessohnschaft Jesu. Auf die Frage: Wer ist Gott? vermag eine derartige Theologie keine Antwort mehr zu geben. Aber niemand hat die Theologie gezwungen, das monistische Weltbild zu �bernehmen.

2. Wie arbeitet die Bibelkritik?

2.1. Ein Beispiel aus der Arbeit am Alten Testament:

Nachdem Spinoza die Verfasserschaft Moses f�r den Pentateuch (1.-5. Mose) in Frage gestellt hatte, war die Bahn frei f�r allerlei Unterstellungen. Jean Astruc, der Leibarzt Ludwigs XV., begann das Hypothesen-Spiel. Er meinte, zwei Quellen entdeckt zu haben, die er nach dem Gebrauch des Gottesnamens unterschied und als "Jahwisten" und "Elohisten" bezeichnete. Die Quellenscheidung ging nicht reinlich auf, sondern verlangte viele Konjekturen (Verbesserungsversuche). Dennoch setzte man dieses Hypothesen-Spiel fort und erfand zus�tzlich den "Deuteronomisten" und die "Priesterschrift" (P). Diese Vierquellenhypothese ist bis heute in Geltung, obwohl sie keine objektive Grundlage besitzt. Die zeitliche Einordnung der erfundenen Quelle P f�hrte schlie�lich dazu, dass die ganze Geschichte Israels auf den Kopf gestellt wurde: 1835 hatte ein Theologie-Professor namens Eduard Reuss (1804-1891) eine Intuition, die er seinen Studenten im Tatsachenstil einpr�gsam mitteilte: Die Propheten seien �lter als das Gesetz, und die Psalmen seien j�nger als beide. Sein Sch�ler Graf �bernahm diese Intuition als Grundlage seiner Lebensarbeit, als w�re sie ein historisches Faktum. Keiner von beiden stellte sie zur Diskussion und setzte sie einer Pr�fung aus. Das Risiko f�r ihre Karriere war ihnen zu hoch; denn es war ihnen bewusst, dass sie die Geschichte Israels auf den Kopf gestellt hatten und damit in Widerspruch zu Bibel und Bekenntnis standen. Der ber�hmte Theologe Julius Wellhausen (1844-1918) machte schlie�lich die ungepr�fte Intuition zur Grundlage f�r sein Hauptwerk "Die Geschichte Israels". Diese wurde die Grundlage f�r Gerhard von Rads bis heute anerkannte Sicht. Durch diese Intuition wird Gottes Wort zum L�gner gemacht, denn danach darf David ebenso wenig seine Psalmen geschrieben haben wie Mose die f�nf nach ihm benannten B�cher. Und der Sch�pfungsbericht wird zu einer priesterlichen Erfindung aus der Zeit des Babylonischen Exils.

2.2. Zwei Beispiele aus der Arbeit am Neuen Testament:

2.2.1. Das "synoptische Problem":

Das "synoptische Problem" wurde zweimal erfunden: Zum ersten Mal im zweiten Jahrhundert von Celsus, einem der �ltesten Gegner der Christenheit, zum zweiten Mal � abgesehen von einem Zwischenspiel bei Augustin � 1778 von dem Philosophen und Dichter Gotthold E. >Lessing, der nahezu die gleiche Hypothese wie Celsus vertrat. Als diese posthum 1784 ver�ffentlicht wurde, folgten die Theologen Lessings Spuren mit wechselnden Hypothesen, �bereinstimmend nur in der Behauptung einer Form von literarischer Abh�ngigkeit zwischen den drei synoptischen Evangelien. 1838 tauchte bei Christian H. Wei�e zum ersten Mal die Zweiquellenhypothese auf. Wei�e kehrte nicht nur zur Idee der Markus-Priorit�t zur�ck, er untermauerte sie noch, indem er die Autorit�t des ber�hmten Altphilologen Karl Lachmann in Anspruch nahm und behauptete, Lachmann habe den Beweis erbracht, dass Markus die Quelle von Mt und Lk gewesen sei. Was Lachmann geschrieben hatte, war jedoch das eindeutige Gegenteil: Er hatte festgestellt dass Mt und Lk kein Exemplar des Markus-Evangeliums als Vorlage gehabt haben. Wei�e hat also gelogen, und auf diese L�ge st�tzt bis heute die historisch-kritische Theologie ihre Zweiquellen-hypothese. Obwohl sich 1977 H. H. Stoldt (Geschichte und Kritik der Markus-Hypothese) derer angenommen hat, die das lateinisch verfasste Buch von Lachmann nicht lesen m�gen, und den betreffenden Absatz in Latein wie in �bersetzung vorgelegt hat und es seitdem jeder besser wissen k�nnte, wird die Lachmann-L�ge noch in den neuesten Einleitungsb�chern verbreitet. Zeugt das f�r wissenschaftliche Arbeitsweise? Die zweite Grundlage der Zweiquellenhypothese ist ein hermeneutischer Irrtum, der auf Friedrich Schleiermacher (1768-1834) zur�ckgeht. Dieser zog aus der Aussage des Papias: "Matth�us stellte die Logien in (einem) hebr�ischen Dialekte zusammen", den Fehlschluss, auf Matth�us gehe lediglich eine Sammlung von Reden Jesu zur�ck, die zur Quelle (Q) des sp�ter nach ihm benannten Evangeliums wurde. Er beachtete den Kontext nicht, aus dem klar hervorgeht, dass die Logien � wie zuvor in Bezug auf Markus � auch in Bezug auf Matth�us pars pro toto (als Teil) f�r das ganze Evangelium gemeint sind. Diesen hermeneutischen Irrtum hat Wei�e nicht nur f�r das Matth�us-Evangelium, sondern auch f�r das Lukas-Evangelium �bernommen, obwohl Schleiermacher ausdr�cklich bestritt, dass Q die Quelle von Lukas gewesen sei. Es kam ihm gar nicht darauf an, Schleiermachers Autorit�t zu missbrauchen. Die weltweit verbreitete Zweiquellenhypothese, die nicht nur jeder Theologiestudent, sondern sogar unsere Kinder in der Schule im 7. oder 8. Schuljahr lernen m�ssen, beruht also auf einem Irrtum und einer L�ge. Gibt es Indizien f�r die literarische Abh�ngigkeit zwischen den Evangelien? Nein. Denn beispielsweise liegt die Zahl der identischen Worte nur bei etwa 22%. Auf 100 Mk-Worte kommen rd. 100 Unterschiede bei Mt und bei Lk. Bei solchen Verh�ltnissen d�rfte kein Lehrer einem Sch�ler unterstellen, er habe abgeschrieben. (Weiteres in E. Linnemann, Gibt es ein synoptisches Problem? 1992). Die historisch-kritische Theologie hat drei wichtige Disziplinen: die Literarkritik, die Formgeschichte und die Redaktionsgeschichte. Da es keine Indizien f�r die literarische Abh�ngigkeit zwischen den Evangelien gibt, ist die Literarkritik (deren Hauptproblem das "synoptische" ist) erledigt. Ihre "Geschichte der synoptischen Tradition", aus der die Gesetzm��igkeiten der Formgeschichte abgeleitet werden, beruht auf der zeitlichen Einordnung der Evangelien, die keine andere Grundlage hat als die Zweiquellenhypothese. Wenn es diese Abh�ngigkeit nicht gibt, ist auch die Formgeschichte erledigt. Gibt es keine literarische Abh�ngigkeit zwischen den Evangelien, dann k�nnen die Unterschiede zwischen ihnen nicht als bewusste �nderungen gedeutet werden und lassen sich deshalb nicht auf eine theologische Konzeption ihrer Verfasser zur�ckf�hren. Damit ist auch die Redaktionsgeschichte erledigt.

2.2.2. Unechterkl�rungen:

Zehn von den 27 neutestamentlichen Schriften werden von der historisch-kritischen Theologie f�r unecht erkl�rt. Man nennt sie "Pseudepigraphen", d.h. man erkl�rt es zur L�ge, wenn sie den angegebenen Verfasser beanspruchen. Eines der Argumente, die gegen die Echtheit mehrerer Briefe angef�hrt wird, ist die Menge der "hapax-legomena", d.h. der W�rter, die im Neuen Testament nur einmal (hapax) genannt (legomena) sind. Diese W�rter werden aber nur bei z.B. drei verd�chtigten Schriften gez�hlt, nicht einmal bei allen, die man f�r unecht h�lt, und schon gar nicht bei jenen, die nie unter Verdacht geraten sind. Das ist kein wissenschaftliches Verfahren! Z�hlt man diese Einmal-W�rter f�r alle neutestamentlichen Schriften und berechnet man ihren Prozentsatz von deren Vokabular, dann kommt man zu einem Ergebnis, das keine der Unechterkl�rungen st�tzt: Die zu den Pseudepigraphen gerechneten Briefe 2. Thessalonicher, Judas, Epheser, Kolosser, 1. Petrus und Jakobus, ja selbst der Titusbrief w�ren danach echter als der R�merbrief, dessen Echtheit niemals bezweifelt wurde. Das Argument, mit dem die Echtheit von drei neutestamentlichen Schriften in Frage gestellt werden soll, h�lt einer Nachpr�fung nicht stand. Dasselbe gilt von den Listen theologischer Begriffe, deren Fehlen oder Vorhandensein gegen die Echtheit sprechen soll, f�r die Listen von Vorzugsw�rtern oder Stileigent�mlichkeiten, f�r eine Vielzahl von geschichtlichen Zuordnungen und theologischen Einordnungen, die gegen die Echtheit der zehn neutestamentlichen Schriften vorgebracht werden. Sie werden zwar im Brustton der �berzeugung als Tatsachen vorgetragen; sobald man sie aber einer Nachpr�fung unterzieht, erweisen sie sich als unhaltbar. Inzwischen habe ich jedes Einzelargument �berpr�ft, mit dem Udo Schnelle in seiner "Einleitung in das Neue Testament" (1994) die zehn neutestamentlichen Schriften zu Pseudepigraphien erkl�rt. Die Einzelpr�fung hat ergeben, dass keines dieser �ber hundert Argumente der Nachpr�fung standh�lt und einen zureichenden Grund f�r die Unechterkl�rung einer dieser Schriften hergibt. Welche Konsequenzen sind zu ziehen? Wir sollten uns � um Jesu willen, um unseres Glaubens willen � nicht von Gottes inspiriertem Wort wegtreiben lassen. Der Anspruch der Bibelkritik, Wissenschaft zu sein, besteht nicht zu Recht. Wir haben keinen Grund, uns diesem Anspruch zu beugen. Aber selbst wenn die Bibelkritik rechtm��ig als Wissenschaft gelten d�rfte, w�re sie lediglich ein menschliches Unterfangen, das der Offenbarung Gottes zu weichen hat. F�r jeden, der das begriffen hat, ist die Bibelkritik samt ihrem Monopol-Anspruch �berwunden.

3. Wie kann das Monopol der Bibelkritik praktisch �berwunden werden?

Die Bibelkritik ist nicht nur durch ein Unterscheiden im Sinne des griechischen "krinein" gekennzeichnet, sondern sie ist eine Wissenschaft ohne Gott mit der autonomen Vernunft als Ma�stab und mit Methoden, die von fachfremden atheistischen Voraussetzungen ausgehen. Damit aber sind atheistische Ergebnisse vorprogrammiert. Bibelkritiker meinen, wissenschaftlich objektiv zu sein und neutral �ber allem F�r und Wider zu stehen. Gott aber ist kein Objekt, er ist nicht objektivierbar. Atheistische Voraussetzungen sind in Bezug auf Gott keineswegs neutral. Busse des Denkens bedeutet: Wir lassen uns von Gott und Seinem Wort kritisieren. Gott �ndert unsere Kritikrichtung um 180 Grad: gegen unsere autonome Vernunft, gegen unser von Gott emanzipiertes Denken.

3.1. Die Bibelkritik ist �berwunden: von Gottes Wort

Beispiel "Plausibilit�t": Jesus Christus ist "leibhaftig auferstanden", bezeugt die Bibel. Er ist "nicht leibhaftig auferstanden", sagen viele historisch-kritische Theologen. Aussage steht gegen Aussage. F�r wissenschaftsgl�ubige Mitmenschen ist plausibel (einsichtig), was "Wissenschaftler" sagen. F�r Christen, die der Bibel vertrauen, sind deren Berichte �berzeugender. F�r diese Christen ist es durchaus nicht plausibel, "den Allm�chtigen, den Sch�pfer Himmels und der Erden", als Urheber von Wundern auszuschlie�en. Von atheistischen Voraussetzungen auszugehen, widerspricht z.B. der Grundregel in 1Kor 2,13f., wonach Geistliches "geistlich beurteilt werden" muss. Kommt ein Mensch zum lebendigen Glauben, wird die Bibelkritik in dem Masse �berwindbar, wie seine Bekehrung auch die Bekehrung seines Denkens nach sich zieht. Der Glaubende hat erfahren, dass Gott in sein Leben eingreift. Damit ist der Atheismus der Voraussetzungen individuell durchbrochen. Nun ist es f�r ihn plausibler, grunds�tzlich daf�r offen zu sein, dass Gott in diese unsere Welt eingreifen kann. F�r den, der sich zur Bu�e seines Denkens leiten l�sst, verlieren die atheistischen Voraussetzungen der Bibelkritik ihre Plausibilit�t. Er kann von ihren Denkzw�ngen frei werden. Die Bibelkritik ist �berwunden � durch Gott und Sein Wort. Sie ist im Denken des Gl�ubigen in dem Masse �berwindbar, wie er sich von Gottes G�te zur Busse seines Denkens leiten l�sst. Da die Bibelkritik biblisch �berwunden ist, hat auch ihre landeskirchenamtliche Monopolisierung keine Berechtigung.

3.2. Die Bibelkritik ist �berwunden: auch wissenschaftlich

Beispiel "Weltbild": Gott hat eine sichtbare, verg�ngliche Welt und Sein unsichtbares, ewiges Reich geschaffen � das ist das Weltverst�ndnis der Bibel (Kol. 1,16; 2. Kor. 4,18). Der Allm�chtige wirkt aus Seiner Wirklichkeit in unsere Welt hinein: "Wenn er spricht, so geschieht's" (Ps. 33,9). Wenn Bibelkritiker dieses Weltverst�ndnis von vornherein leugnen, wenn sie Gottes Offenbaren und Inspirieren grunds�tzlich bestreiten, sind sie meist dem Weltbild der klassischen Naturwissenschaften des 19. Jahrhunderts verhaftet. Dies aber ist seit Beginn unseres Jahrhunderts als veraltet erkannt und durch das "Naturbild" der Quanten-Physik ersetzt worden. Die Behauptung von Wissenschaftlern des 19. Jahrhunderts, es gebe Gott nicht, ist als unbewiesene Grenz�berschreitung durchschaut. Zwar sind Christen nicht darauf angewiesen, dass ihnen Wissenschaftler den Glauben best�tigen. Doch k�nnen wir dankbar sein, dass sie heute die Freiheit zugestehen, unter biblischen Voraussetzungen zu denken und zu forschen. Die Bibelkritik ist �berwunden, weil das Weltbild, an das sie gebunden ist, wissenschaftlich widerlegt ist. Mit dieser �berwindung der Bibelkritik ist auch ihr Monopol-Anspruch hinf�llig.

Beispiel "Voraussetzungen": Meist verschweigen Universit�ts-Theologen ihr "Dogma": die atheistischen Voraussetzungen ihrer Wissenschaft. Dadurch machen sie sich unangreifbar. Ihre Studenten aber werden dadurch unm�ndig gehalten und k�nnen sich nicht wehren. Weithin bleibt Studenten auch verborgen, dass Voraussetzungen so gew�hlt werden m�ssen, dass sie Ergebnisse nicht von vornherein unm�glich machen. Kein Biologe k�me auf die Idee, "Bios" (das Leben) zu bestreiten. Obwohl es schwierig ist, Leben zu definieren, w�re es doch widersinnig, zu leugnen, dass es "Bios" gibt, also vorauszusetzen ist. Die deutschen Universit�ts-Theologen jedoch weigern sich, "Theos" (Gott) vorauszusetzen. Sie vermitteln Bibelkritik, ohne ihre atheistischen Voraussetzungen offenzulegen und wissenschaftlich verantworten zu k�nnen. Gottlose Voraussetzungen sind f�r Gott unangemessen, nicht gottgem��! � Angemessenheit ist nicht erst ein Pr�fstein der modernen Wissenschaften, sondern schon der Bibel (vgl. 1. Kor. 2,14). Die herrschende historisch-kritische Theologie ist, was ihre Voraussetzungen angeht, wissenschaftlich �berwunden. Also ist sie auch in ihren Ergebnissen wissenschaftlich �berwunden. Ihre Monopolisierung ist wissenschaftlich nicht zu rechtfertigen. Die historisch-kritische Theologie hat ihre atheistischen Voraussetzungen dogmatisiert, was als wissenschaftlich unangemessen erwiesen ist. Lassen wir uns und unsere Kinder nicht l�nger von solchen "Theologien" pr�gen! Sorgen wir f�r bibeltreue Alternativen!

3.3. Die Bibelkritik ist gemeindlich nicht zu rechtfertigen:

Theologie ist nicht Selbstzweck, sondern hat der Gemeinde Jesu zu dienen. Theologen, die durch bibelkritische Ausbildung selbst nicht glauben, k�nnen bei den ihnen Anvertrauten keinen Glauben wecken. Sie haben kein Recht, in die Gemeinde Jesu bzw. in den Religionsunterricht einzudringen. Trotzdem haben die Kirchenleitungen die gesamte Ausbildung der Herrschaft von Bibelkritikern unterworfen. So sind in Gemeinde nach Gemeinde Christen heimatlos geworden, in Religionsklasse nach Religionsklasse Sch�ler um das unverf�lschte Evangelium betrogen worden. Dass die Kirchenverfassungen Bibel und Bekenntnis noch verbindlich nennen, dass das Glaubensbekenntnis im Gottesdienst noch vorkommt, dass Pfarrer und Religionslehrer noch auf Bibel und Bekenntnis verpflichtet werden � all das ist l�ngst belanglos. Wer versucht hat, von bibelkritischen Pfarrern, Lehrern oder Kirchenf�hrern die Achtung vor Bibel und Bekenntnis einzufordern, weiss: Es ist aussichtslos! Paulus urteilt: "Wenn jemand den Tempel Gottes verdirbt, den wird Gott verderben, denn der Tempel Gottes ist heilig; der seid ihr" (1. Kor. 3,17). Es gibt in der Bibel keine Aufforderung, unter bibelkritischen Kanzeln und Kathedern auszuharren oder gar die Jugend den Bibelkritikern auszuliefern. Spr. 19,27 mahnt ausdr�cklich: "Lass ab, mein Sohn, auf Unterweisung zu h�ren, die abirren macht von den Worten der Erkenntnis." Nicht fruchtlose Diskussionen, sondern Gehorsam ist gefordert. Die Bibelkritik hat Glauben zersetzt, Gemeinden zerstreut, Entchristlichung und Entsittlichung vorangetrieben. Sie ist � samt ihrem Monopol-Anspruch � von allen Christen kompromisslos zur�ckzuweisen.

3.4. Wie k�nnen wir das Monopol praktisch �berwinden?

Das Monopol der Bibelkritik ist noch ungebrochen, weil nur eine Minderheit der Evangelikalen gr�ndlich Bu�e im Denken getan hat. Die Mehrheit geh�rt zu einer "Grauzone" zwischen Bibelkritik und Bibeltreue: Sie will der Bibelkritik nicht grunds�tzlich misstrauen oder gar absagen, sondern lieber in der sicheren gem��igten Mitte stehen, statt an unbequemen Au�enfronten zu k�mpfen. Was ist dazu zu sagen? Die Mitte ist dort, wo unser Herr steht. Dort aber scheiden sich die Geister, d.h. genau um diese Mitte tobt der Kampf, dem die Mehrheit der Evangelikalen unbedingt ausweichen m�chte. Der Mittelweg zwischen Bibeltreue und Bibelkritik, ist � biblisch beurteilt � der Ort der Unentschiedenheit, wo man auf beiden Seiten weiterhinken m�chte (vgl. 1. K�n. 18,21). Diesen Mittelweg mag es in den W�nschen vieler Evangelikaler geben, biblisch und wissenschaftlich gibt es ihn nicht. Wir k�nnen nur entweder mit den unangemessenen atheistischen Voraussetzungen der Bibelkritik an Gott und Sein Wort herangehen oder mit biblischen. Einen dritten, neutralen Standort gibt es nicht. "Wer sich Gott nahen will, muss voraussetzen, dass es ihn gibt", kann in Anlehnung an Hebr. 11,6 formuliert werden, d.h. atheistische Voraussetzungen bringen uns Gott nicht n�her. Und genau dieser Entscheidung f�r "Gott allein" weichen viele Evangelikale aus � deshalb gilt der Ruf zur Bu�e im Denken auch uns Evangelikalen. Das Monopol der Bibelkritik ist nur zu �berwinden, wenn mehr Evangelikale als bisher

4. Wo beginnt Bibelkritik? Eine abschlie�ende Warnung

Bibelkritik beginnt nicht erst da, wo die Jungfrauengeburt Jesu Christi, seine Wunder, die s�hnende Wirkung seines Todes, seine wirkliche, leibliche Auferstehung von den Toten, seine Himmelfahrt und Wiederkunft in Macht und Herrlichkeit geleugnet, umgedeutet oder relativiert wird und wo bestritten wird, dass Jesus Christus Gottes Sohn ist. Bibelkritik beginnt schon da, wo biblische Schriften gegen ihren Selbstanspruch in verschiedene "Quellen" aufgeteilt werden; wo ihre Entstehung in eine andere Zeit datiert wird, als es die biblischen Schriften selber bezeugen; wo ihre Entstehung anderen Verfassern zugeschrieben wird als denen, die in den jeweiligen Schriften genannt sind; wo behauptet wird, dass die von Jesus Christus in den Evangelien �berlieferten Worte nicht alle von ihm stammen; wo die Erf�llung von Prophezeiungen in den biblischen Schriften in andere Zeitr�ume verlegt wird, als es an den betreffenden Stellen ausdr�cklich vermerkt ist; wo behauptet wird, die Bibel sei in naturwissenschaftlicher, geographischer und historischer Hinsicht nicht irrtumslos. Aus solcher angeblich "gem��igter" Bibelkritik (Kritik an der Entstehung und Einheit der biblischen Schriften) folgt fr�her oder sp�ter die "radikale" Kritik (Kritik an den in der Bibel berichteten Inhalten), da die angeblich "gem��igte" Kritik dazu beitr�gt, die Autorit�t der Bibel insgesamt zu untergraben und den Glauben an die Inspiration der Bibel durch Gott zu zerst�ren. Bibelkritik beruht n�mlich darauf, dass man � gegen die Selbstaussage der Heiligen Schrift � den Offenbarungscharakter des Wortes Gottes leugnet; dass man � gegen die Selbstaussage der Heiligen Schrift � Gottes Wort zum Menschenwort degradiert, das mit denselben Methoden wie andere Menschenworte erforscht werden k�nne und m�sse; dass man die atheistischen Voraussetzungen der historisch-kritischen Methode (Kritik, Analogie, Korrelation) an Gottes Wort herantr�gt � mit den zwangsl�ufigen Folgen, z.B. Leugnung oder Relativierung g�ttlicher Inspiration, g�ttlicher Wunder und Prophetie. Wehret den Anf�ngen! Diese Warnung ist deshalb n�tig, weil die "gem��igte" Kritik unter dem Mantel einer angeblichen "Wissenschaftlichkeit" (in Wirklichkeit: Uninformiertheit �ber die neuesten Forschungen) leider nach und nach auch in den evangelikalen Bereich eindringt, z.B. in einzelne Seminare, die einstmals "bibeltreu" (in Abwehr der oben beschriebenen Denkweisen) waren � ein endzeitlicher Vorgang!

S. auch: Bibel; Aufkl�rung; Atheismus; Bultmann, Rudolf; Wunder; Auferstehung; Wiederkunft Jesu Christi; u.a.

Lit.: C. Blomberg, Die historische Zuverl�ssigkeit der Evangelien, 1998; E. Linnemann, Bibelkritik auf dem Pr�fstand, 1998; dies., Wissenschaft oder Meinung?, 1999; H. Stadelmann, Grundlinien eines bibeltreuen Schriftverst�ndnisses, 1985; L. Gassmann, Kritik der Bibelkritik, 2000.

Eta Linnemann (1-2) / Gerhard K. Ulrichs (3) / Lothar Gassmann (4)


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Etliche Texte sind auch in gedruckter Form erschienen in verschiedenen Handb�chern (je 144-200 Seiten, je 9,80 Euro):

1. Kleines Sekten-Handbuch
2. Kleines Kirchen-Handbuch
3. Kleines �kumene-Handbuch
4. Kleines Endzeit-Handbuch
5. Kleines Katholizismus-Handbuch
6. Kleines Anthroposophie-Handbuch
7. Kleines Zeugen Jehovas-Handbuch
8. Kleines Ideologien-Handbuch
9. Kleines Esoterik-Handbuch
10. Kleines Theologie-Handbuch

Weitere Handb�cher (�ber Theologie, Esoterik, u.a.) sind geplant. Informationen bei www.l-gassmann.de